Zank und Streit
ums Kind

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Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

ZAnK - Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

Sie haben Ihr Kind entführt.

Sie sind mit Ihrem Kind ohne Zustimmung nach Deutschland zurückkehrt

Hat weder Ihr/e Ehepartner/in noch ein Gericht zugestimmt, dass Sie mit Ihrem Kind das Land verlassen, haben Sie Ihr Kind entführt. Damit laufen Sie nicht nur Gefahr, dass Ihr Partner /Ihre Partnerin einen Antrag auf Rückführung des Kindes nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen stellt, Sie laufen auch Gefahr, dass eine Strafanzeige gegen Sie erstattet wird, die in einen internationalen Haftbefehl münden kann und Sie dem Risiko aussetzt, bei der Rückkehr in Ihr Herkunftsland inhaftiert zu werden.

Entführung aus einem HKÜ-Staat

Verfahren nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen

Haben Sie in einem Staat gelebt, der dem Haager Kindesentführungsübereinkommen beigetreten ist, und hat der andere Elternteil einen Antrag gestellt, dann wird die deutsche Zentrale Behörde in Bonn am Gericht Ihres Aufenthaltsortes einen Rückführungsantrag einreichen. Die Zentrale Behörde ist damit Vertreterin des im Ausland lebenden Elternteils. In der Regel beauftragt die Zentrale Behörde dann einen Rechtsanwalt damit, das Verfahren zu betreiben.
Der andere Elternteil kann indes auch ohne Zentrale Behörde, aber unter Bezugnahme auf das HKÜ die Herausgabe des nach Deutschland entführten Kindes verlangen
Das Gericht entscheidet dann, ob Ihr Kind zurückkehren muß oder ob es einen Grund gibt, der dagegen spricht. Diese Gründe sind in Artikel 13 des Haager Kindesentführungsübereinkommens aufgeführt und werden für die meisten Staaten der Europäischen Gemeinschaft noch einmal ein wenig verändert.
Ein Kind muss danach unter anderem dann nicht zurückkehren, wenn die Rückgabe mit einer schwerwiegenden Gefahr für das Kind verbunden ist oder wenn sich das Kind der Rückgabe widersetzt.

Hinweis: Gerichte prüfen diese Einwände sehr sorgfältig und legen einen strengen Maßstab an.

Vor allem im Geltungsbereich der sog. Brüssel IIa-Verordnung (die in den meisten europäischen Staaten gilt) wird eine Rückführung dann angeordnet, wenn nachgewiesen ist, dass vor Ort Schutzmaßnahmen für das Kind getroffen wurden.

Rückkehrbeschluss / Zwangsvollstreckung

Ein Rückkehrbeschluss betrifft nur die Rückkehr des Kindes, nicht die des entführenden Elternteils. Ist ein Rückkehrbeschluss rechtskräftig und für vollstreckbar erklärt, so bedeutet dies, dass der Gerichtsvollzieher damit beauftragt werden kann, das Kind zurückzuführen. § 213a der Geschäftsanweisungen für den Gerichtsvollzieher regelt die Befugnisse.
Der Gerichtsvollzieher holt dann, entweder im Beisein des anderen Elternteils oder eines Jugendamtsmitarbeiters, das Kind ab – bei Ihnen zu Hause oder an einem anderen Ort.
Um Ihnen und Ihrem Kind dieses Ereignis zu ersparen, sollten Sie die freiwillige Rückkehr des Kindes sicherstellen. Gemeinsam können wir überlegen, wie ein solcher Umzug gestaltet werden kann.

Hinweis: Ihr Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Auch aus diesem Grund sollten Sie deshalb den Kontakt zwischen Ihrem Kind und dem anderen Elternteil immer in jedem Stadium des Verfahrens ermöglichen.

Einvernehmliche Regelung / Mediation

Grundsätzlich immer besteht die Möglichkeit einer einvernehmlichen Regelung – außerhalb eines Gerichtsverfahrens, aber auch im Rahmen eines solchen, also insbesondere eines HKÜ-Verfahrens. Selbst nach dessen Abschluss besteht noch die Möglichkeit, sich gütlich zu einigen. Viele Gerichte schlagen den Parteien (oft über deren Anwälte) Mediation vor, die während des Gerichtsverfahrens durchgeführt werden kann.
Entscheiden sich Eltern für eine Mediation ist es hilfreich, wenn sie um ihre Rechte und Pflichten, aber auch das rechtlich Zulässige einer Vereinbarung wissen. Hilfreich ist es deshalb, wenn die Eltern Rechtsanwälte haben, die sie informieren und beraten. Wichtig wird rechtliche Beratung auch, wenn es darum geht, die in Deutschland getroffenen Vereinbarungen von Eltern oder Zusicherungen eines Elternteils in eine Form zu bringen, die auch im anderen Staat anerkannt und durchgesetzt werden kann.

 

 

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