Zank und Streit
ums Kind

Grenzen überwinden

Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

ZAnK - Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

Sie haben Angst, dass Ihr Partner / Ihre Partnerin das Kind entführt

„Wenn Du mich verlässt, siehst Du das Kind nie wieder“. Sätze wie dieser können es sein, ausgesprochen während eines Streites, die nach einer Trennung die Angst aufkeimen lassen, der andere Elternteil könnte diese Drohung in die Tat umsetzen, z.B. wenn er mit den Kindern in den Urlaub fahren möchte. Oder wenn das Kind am Sonntagabend nach dem gemeinsamen Wochenende nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause kommt. Manchmal ist es aber auch nur ein undefinierbares Gefühl das einen befürchten lässt, der Partner / die Partnerin könnte alle Zelte abbrechen und auf Nimmerwiedersehen mit dem Kind verschwinden.

Tatsache ist: Jeder Fall ist anders. Ob die Angst vor einer Kindesentführung begründet ist oder nicht, lässt sich nicht immer eindeutig sagen. Manchmal ist die Angst größer, als die tatsächliche Gefahr, dass sie sich realisiert. Manchmal verringert sie sich, wenn nach einer Trennung Normalität einkehrt und Konflikte auf der Paarebene gelöst werden können.

Ob und welche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden sollten, hängt immer von den Umständen des Einzelfalles ab. Sie kennen Ihre Partnerin / Ihren Partner, aber auch die Umstände des Einzelfalls am besten und nur Sie wissen, ob Sie mit einem Schritt einen Konflikt weiter verschärfen und die Gefahr eine Entführung eher erhöhen oder verringern.
Als Warnsignal sollte Angst aber grundsätzlich erst einmal ernst genommen werden. Haben Sie Fragen, rufen Sie uns an. Wir hören Ihnen zu, erörtern mit Ihnen die bestehenden Möglichkeiten und versuchen so, Sie dabei zu unterstützen die Schritte zu tun, die Sie für erforderlich halten.

Was Sie tun können:

Eine gemeinsame Basis schaffen
Die beste Absicherung ist es in jedem Fall, wenn es den Eltern gelingt, Eltern zu bleiben und anzuerkennen, dass sie beide ihr Kind lieben, sein Bestes wollen und deshalb alles unterlassen, was nicht im Interesse des gemeinsamen Kindes sein könnte.

Den Sachverhalt klären
Gibt es konkrete Anhaltspunkte, die auf eine geplante Entführung hinweisen?
Wie ist die berufliche Situation, wie sind die sozialen Kontakte, die finanzielle Situation? War es eigentlich nur die Familie, die Beziehung, die sie / ihn noch im Land gehalten hat? Hat er / sie des öfteren einen Rückkehrwunsch geäußert? Wie heftig ist ihr Streit, wie zerrüttet ihr Verhältnis? Haben Ihre Kinder Ihnen etwas gesagt?
Gibt es keine konkreten Anhaltspunkte, können Sie versuchen, mit dem anderen Elternteil ein großzügiges Umgangsrecht mit den gemeinsamen Kindern zu vereinbaren, ihn an wesentlichen Entscheidungen beteiligen und ihm das Gefühl geben, dass er die Kinder durch die Trennung nicht verlieren wird.

Miteinander sprechen
und, ggf. mit Hilfe Dritter (Freunde, Verwandte, Schlichter, Mediator), Ihre Ängste äußern. Vielleicht hat er/sie die gleichen Ängste und Sie schaffen es so, eine Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander zu schaffen und offene Punkte zu klären.

Das Jugendamt oder eine Beratungsstelle aufsuchen
Dort können Sie Ihre Befürchtungen äußern und überlegen, wie Sie weiter vorgehen. Als Außenstehender könnte die Fachkraft dann z.B. ihre Einschätzung der Situation mit Ihnen teilen, mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin sprechen, um den Sachverhalt zu klären und sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Es kann auch ein gemeinsames Gespräch stattfinden, in dem Sie versuchen können, Regelungen zu finden, etc.

Begleiteter Umgang
kann eine Zwischenlösung sein: Ihr Kind kann den anderen Elternteil dann nur im Beisein eines Dritten sehen. Begleiteter Umgang ist in der Regel zeitlich begrenzt und hat immer den unbegleiteten Umgang zum Ziel.
Ein solcher begleiteter Umgang kann durch eine freiwillige Vereinbarung z.B. beim Jugendamt oder – wenn der andere Elternteil nicht einverstanden ist - durch ein Gericht bestimmt werden.

Achtung
: Ein solcher Schritt will gut überlegt sein, weil er einen Konflikt weiter verschärfen und auch das Kind unnötig in Mitleidenschaft ziehen kann.

Vor Gericht gehen und beantragen:

  • Die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge.
  • Die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf sich oder das Jugendamt
  • Das Verbot, ohne Zustimmung des Gerichts mit dem Kind den tatsächlichen Aufenthalt zu wechseln.
  • Die Anordnung, den Reisepass des Kindes an das Jugendamt herauszugeben und die Vorlage eines Schriftstücks, aus dem hervorgeht, dass der andere Elternteil die zuständige Konsularbehörde von dieser Hinterlegung unterrichtet hat
  • Die Verpflichtung, sich mit dem Kind regelmäßig bei einer zuständigen Stelle zu melden, wie zum Beispiel einer Stelle der öffentlichen Jugendhilfe oder einer Polizeidienststelle an dem Ort, an welchem der Umgang ausgeübt werden soll;
  • Die Ausschreibung einer Grenzfahndung im Hoheitsgebiet der Schengener Vertragsstaaten

Achtung: All diese Maßnahmen können zwar zu rechtlicher Klarheit führen, sie können aber auch eine weitere Eskalation bedeuten. Vollständige Sicherheit bringen sie nicht, wenn der / die andere mit großer Energie und Geheimhaltungswillen die Entführung der gemeinsamen Kinder plant.

In anderen Staaten gehört die Anordnung, einen bestimmten Geldbetrag als Sicherheit während des Umgangs zu hinterlegen, zu den üblichen Maßnahmen.
Je nach beteiligtem Staat können sog. Mirror-orders, d.h. gleichlautende Gerichtsentscheidungen in beiden beteiligten Staaten beantragt werden, die Umgangsregelungen festschreiben, oder Dokumente beigebracht werden, die die Anerkennung der Vollstreckbarkeit einer Sorgerechts- oder einer Umgangsentscheidung bescheinigen. Handelt es sich um einen Staat, für den die Brüssel IIa-Verordnung oder das Haager Kinderschutzübereinkommen Geltung haben, sind diesbezügliche Regelungen bereits in diesen internationalen Rechtsvorschriften enthalten.

Auswirkungen auf die Kinder

Damit der Umgang zwischen Ihrem Kind und dem anderen Elternteil unbelastet stattfinden kann, sollten Sie versuchen, Ihre Angst vor einer Entführung oder das Ihnen innewohnende Misstrauen nicht auf Ihr Kind zu übertragen. Wägen Sie ab, ob es hilfreich ist, mit ihrem Kind über diese Sorge zu sprechen. Je nach Alter und Reifegrad sowie Form der Ansprache kann ein Kind mit der Information umgehen, wachsam sein und so sich selbst schützen. Ebenso kann es sinnvoll sein, Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten, indem Sie z.B. die Schule oder den Hort informieren und um Aufmerksamkeit bitten.

 

 

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