Zank und Streit
ums Kind

Grenzen überwinden

Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

ZAnK - Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte

Umgangsrecht

Kinder haben ein Recht auf Umgang mit beiden Eltern. Umgekehrt haben Eltern ein Recht auf – und die Pflicht zum – Umgang mit ihrem Kind haben. Umgang, das heißt regelmäßige persönliche Begegnungen und Brief- und Telephonkontakte.

Der Umgang dient dem Ziel, einem Kind auch nach einer Trennung / Scheidung das Gefühl zu geben, seine Familie nicht verloren zu haben. Durch den Kontakt mit dem Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, soll es erfahren, dass auch der andere Elternteil für es da ist und sich um es sorgt. Der Umgang kann deshalb nur eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist.
Das Recht auf Umgang haben in der Regel alle Eltern, egal welche Staatsangehörigkeit und welchen Aufenthaltsstatus sie haben, auch die Großeltern und Geschwister des Kindes sowie enge Bezugspersonen des Kindes, die für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben ("sozial-familiäre Beziehung").

Leben das Kind und der umgangsberechtigte Elternteil in verschiedenen Staaten, ist Umgang häufig schwierig. Zieht ein Elternteil in ein anderes Land, passt die bisher praktizierte Umgangsregelung vielleicht nicht mehr. Dann müssen neue, andere Absprachen getroffen werden, dürften telephonische oder Kontakte per Skype, aber auch die Ferien und Feiertage häufig eine größere Bedeutung erlangen. Nachfolgend erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, wenn es Probleme beim Umgang gibt.

An wen Sie sich wenden können, wenn Ihr Kind in Deutschland lebt

Hat das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, können sich Eltern an das Jugendamt oder an Beratungsstellen anderer, freier Träger wenden und sich dort beraten lassen. Auch Eltern, die im Ausland leben, haben dieses Recht (§ 6 SGB VIII).

Durchsetzung von Umgang im Ausland

Lebt Ihr Kind im Ausland, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, die im Einzelnen besprochen und im Hinblick auf ihre Vor- und Nachteile – insbesondere in Bezug auf das betroffene Kind – erörtert werden sollten. Werden Gerichte und Behörden eingeschaltet, kann dies eine Situation klären und entscheiden, es kann aber einen Konflikt auch verschärfen und dies kann zu Lasten des Kindes gehen.

Eine außergerichtliche Einigung

kann und sollte immer versucht werden. Ob Sie Familienmitglieder, einen Schlichter, einen Mediator oder eine sonstige Autorität einbeziehen, hängt von den Besonderheiten des Einzelfalls ab. Kontaktieren Sie uns und wir überlegen mit Ihnen, wie Sie vorgehen können.

Gerichtsverfahren im Ausland

Viele Eltern können sich nicht vorstellen, im Ausland zu klagen. Sie fürchten hohe Kosten und Benachteiligung in einem fremden Staat. Manchmal ist eine Klage aber unvermeidlich.

Es gibt einige internationale Rechtsvorschriften, die den Umgang in einem anderen Land behandeln. Das Haager Kindesentführungsübereinkommen macht es möglich, dass ein Elternteil jederzeit in einem der Vertragsstaaten auf Umgang klagen kann. Auch andere internationale Rechtsvorschriften können Anwendung finden: das Haager Kinderschutzübereinkommen, die Europäische Brüssel IIa-Verordnung und das Europäische Sorgerechtsübereinkommen. Sie enthalten Vorschriften zum einzuhaltenden Verfahren, zur Zuständigkeit der Behörden eines Landes sowie zur Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen.

Ob und welche dieser internationalen Rechtsvorschriften angewendet werden können und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, hängt davon ab, ob ein Staat Mitglied in der Europäischen Union und Vertragsstaat eines der genannten Übereinkommen ist. Die Verfahren werden dann nach dem Recht des jeweils angerufenen Staates durchgeführt.

Bereits bestehende Umgangsregelungen

bleiben nach einem Umzug ins Ausland grundsätzlich gültig. Der wegziehende Elternteil wird in aller Regel nicht erfolgreich sein, wenn er etwas anderes behauptet. Ein Umzug hat allerdings andere, handfeste Auswirkungen. So ist die z.B. in Deutschland häufige Regelung, sein Kind jedes zweite Wochenende und wöchentlich einen Tag zu sehen, auf große Entfernung nicht möglich. Zum anderen muss geprüft werden, wie eine Regelung im Ausland durchgesetzt werden kann bzw. ob sie angepasst werden muss. Auch hier können die oben erwähnten internationalen Rechtsvorschriften Anwendung finden.
Weitere Auskünfte kann neben dem Internationalen Sozialdienst das Bundesamt für Justiz in seiner Funktion als Zentrale Behörde in Bonn erteilen, bei der entsprechende Anträge auch gestellt werden können.

Durchsetzung von Umgang in Deutschland

Leben Sie im Ausland und möchten Sie Kontakt zu einem in Deutschland lebenden Kind haben, gilt in der Regel das oben gesagte. Sie sollten sich erkundigen, welche internationalen Rechtsvorschriften für Ihren Staat im Verhältnis zu Deutschland gelten. Auskünfte kann Ihnen ggf. auch der Arbeitspartner des Internationalen Sozialdienstes in Ihrem Staat erteilen.

Entscheiden Sie sich über die Zentrale Behörde Ihres Staates tätig zu werden, so wird die deutsche Zentrale Behörde einen Rechtsanwalt beauftragen, der Ihre Interessen vor einem deutschen Gericht vertritt.

Möchten oder müssen Sie direkt vor einem deutschen Gericht auf die Gewährung von Umgang oder dessen Durchsetzung klagen, empfiehlt es sich einen Anwalt einzuschalten.

Einzelheiten, auch hinsichtlich eventuell anfallender Kosten, teilen wir Ihnen gerne mit.

 

 

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